Beim Auftakt zum diesjährigen World Cleanup Day am 19.9.2025 in Bonn wurde Müllsammeln an der Rheinpromenade zur aktiven Bildungsaktion: Kinder und Erwachsene sammelten gemeinsam Plastik, Zigarettenstummel und anderen Unrat – und erfuhren dabei, wie viel Müll tatsächlich noch in unserer Umwelt liegt, schwimmt oder achtlos weggeworfen wird. Viele zeigten sich überrascht, wie aufwändig es ist, diesen Müll korrekt zu trennen und zu entsorgen.
Doch es blieb nicht beim Aufräumen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde Service Learning greifbar: Lernen durch aktives Engagement. So zeigte die Firma Amui Sporthubs, wie aus recyceltem Plastik sinnvolle Produkte entstehen – etwa die Trikots, die alle Teilnehmenden erhielten. Plastik wurde damit nicht nur als Umweltproblem, sondern auch als wertvoller Rohstoff begreifbar.
Die Initiative Reusable To-Go präsentierte ein funktionierendes Mehrweg-System für Getränke – ein praktisches Beispiel, wie durch gute Organisation Millionen Einwegbecher eingespart werden können.
Auch digitaler Müll war Thema: Gemeinsam machen World Cleanup Day und die Europäische Genossenschaft EQA bewusst, dass es auch im digitalen Raum unsichtbaren Müll gibt, unnötige E-Mails, Streaming oder mehrfach gespeicherte Dateien verbrauchen Ressourcen. Deshalb sollten alle darauf achten, digitale Kommunikation bewusst zu gestalten.
Sowohl Service Learning als auch lebenslanges Lernen sind eng mit dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verknüpft. Dieses Bildungskonzept, das von der UNESCO gefördert wird, befähigt Menschen dazu, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll im Sinne künftiger Generationen zu handeln.


Cleanup-Aktionen sind dabei ein idealer Einstieg: Sie machen Umweltprobleme sichtbar, erlebbar und lösbar. Statt abstrakter Klimakrise sehen Teilnehmende konkrete Müllberge im eigenen Stadtteil. Statt Ohnmacht erleben sie Wirksamkeit. Das stärkt nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern auch das Vertrauen in gemeinschaftliches Handeln.
EQA unterstützt persönliches Engagement und neue Formen des Service Learnings mit der Q-CERT-Wallet – einer digitalen Sammelmappe für lebenslanges Lernen. So werden Umweltaktionen wie diese auch bildungswirksam dokumentiert und individuell nutzbar gemacht.
Diese Aktion zeigte eindrucksvoll, wie lebenslanges Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis aussehen können: Vom Kindergartenkind bis zur Seniorin lernten alle, wie wichtig eigenes Handeln für die Umwelt ist – und dass nachhaltige Veränderungen oft mit kleinen Schritten beginnen.
Fazit: Wer Müll sammelt, lernt – über Nachhaltigkeit, Verantwortung und die Macht gemeinschaftlichen Handelns.








