Alumni blicken 30 Jahre zurück – und nach vorn
Fast auf den Tag genau 30 Jahre nach Beginn ihres Studiums an der Universität Bonn trafen sich am 25. Oktober 2025 ehemalige Studierende der Agrarwissenschaften wieder – dort, wo einst alles begann: vor dem Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Hörsaal und dem Dekanat der Fakultät für Agrar-, Ernährungs- und Ingenieurwissenschaften.
Aus ganz Deutschland und den Nachbarländern reisten die Alumni an, die im Wintersemester 1995/96 ihr Studium aufgenommen hatten. Heute, drei Jahrzehnte später, sind sie in den unterschiedlichsten Bereichen der Agrarwirtschaft tätig: Zwei leiten inzwischen ihren eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, viele andere arbeiten in Landesministerien, bei der EU-Kommission, der Landwirtschaftskammer NRW oder in Zertifizierungsstellen.


Herausforderungen der doppelten Transformation
Ein zentrales Gesprächsthema war die „doppelte Transformation“ – also der gleichzeitige Wandel hin zu nachhaltigen und digitalen Strukturen in Landwirtschaft und Verwaltung. Die Ehemaligen betonten, dass sie sich diesen Herausforderungen heute durch gezielte Fort- und Weiterbildung stellen müssen. Denn Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder EU-Regularien waren in ihrem Studium Ende der 1990er Jahre noch kaum präsent.
Großes Interesse weckte daher das Fort- und Weiterbildungskonzept der EQA – einem Spin-off der Universität Bonn. EQA bietet praxisnahe Programme, mit denen Fachkräfte ihr Wissen aktuell halten und neue Kompetenzen erwerben können. „Lebenslanges Lernen bleibt ein Schlüssel, um in der Agrarbranche erfolgreich zu bleiben“, lautete der einhellige Tenor der Teilnehmenden. Besonders Weiterbildungsformate wie Leadership-Camps oder Inhouse-Schulungen wurden als zukunftsweisend hervorgehoben.
Wiedersehen mit der damaligen Prüfungsvorsitzenden
Unterstützt wurde das Alumni-Treffen von Prof. Dr. Brigitte Petersen, die vor 30 Jahren Vorsitzende der Prüfungskommission war und vielen Teilnehmenden damals das Diplomzeugnis persönlich überreicht hatte. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die beruflichen Wege unserer Absolventinnen und Absolventen entwickelt haben“, sagte Prof. Petersen.
Wandel an Universität und Agrarbranche
Die Ehemaligen zeigten sich beeindruckt von den baulichen und organisatorischen Veränderungen an ihrer Alma Mater – und besonders stolz auf den Erfolg der Universität Bonn als Exzellenzuniversität. Mit dem einzigen Exzellenzcluster im Agrarbereich unterstreicht die Fakultät ihre führende Rolle in Forschung und Lehre.
Beim Rückblick wurde auch deutlich, wie stark sich die Rahmenbedingungen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger verändert haben. Als die Absolventinnen und Absolventen ihren Abschluss machten, gab es kaum Stellen im öffentlichen Dienst oder im Agri-Business. Viele begannen damals als Praktikantinnen oder Aushilfskräfte – von heutigen Fördermöglichkeiten, etwa durch Start-up-Programme, konnten sie nur träumen.
Blick nach vorn: Genossenschaften und Partnerschaften als Zukunftsmodell
Ein weiteres Diskussionsthema war die wachsende Bedeutung von Genossenschaften im digitalen Wandel sowie bei Public-Private-Partnerships. Diese Modelle, so die Alumni, seien entscheidend für Aufgaben wie Daseinsvorsorge, Krisenmanagement und das Erreichen regionaler Klimaziele.
So wurde das Wiedersehen nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit, sondern auch zu einem intensiven Austausch über die Zukunft der Agrarwissenschaften. Einig waren sich alle: Auch mit 50 bleibt lebenslanges Lernen die wichtigste Voraussetzung, um den Wandel erfolgreich mitzugestalten.







