Die Waldbrände dieses Sommers haben in vielen Teilen Europas eindringlich gezeigt, dass effektiver Katastrophenschutz längst grenzüberschreitend gedacht werden muss. Bis Ende August aktivierten neun Länder den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Während die Hilfseinsätze über Grenzen hinweg organisiert wurden, wurde zugleich deutlich, wie unverzichtbar freiwillige Feuerwehrleute, Landwirte und lokale Helfer vor Ort sind.
Pascal Arimont, Mitglied des Europäischen Parlaments für Belgien und Co-Chair der Intergroup „Resilience, Disaster Management and Civil Protection“, fordert nach den jüngsten Brandkatastrophen den Ausbau gemeinsamer europäischer Kapazitäten. Gleichzeitig betont er, dass diejenigen gestärkt werden müssen, die vor Ort direkt anpacken.
Die Brände im Hohen Venn und im Hürtgenwald verdeutlichen diese Notwendigkeit:
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Hohes Venn: Die Löscharbeiten wurden durch Einsatzmittel aus mehreren EU-Ländern unterstützt. Parallel halfen zahlreiche Landwirte mit Traktoren, Wassertanks und wertvoller Ortskenntnis.
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Hürtgenwald: Neben den regulären Einsatzorganisationen waren auch hier zahlreiche Land- und Forstwirte sowie freiwillige Helfer beteiligt.
Arimont fordert deshalb klare und unbürokratische Rahmenbedingungen. Es brauche einfache Strukturen, um freiwillige Kräfte gezielt zu mobilisieren, zu koordinieren, rechtlich abzusichern und für ihren Aufwand angemessen zu entschädigen. Seine Botschaft vereint zwei zentrale Säulen moderner Krisenbewältigung: leistungsfähige europäische Strukturen und das konkrete Engagement der Menschen vor Ort.
Drei Fragen – und die Frage nach der Umsetzung

Aus den Erfahrungen im Einsatz ergibt sich die praktische Frage: Wie lassen sich das Wissen und die Ressourcen lokaler Helfer so aufbereiten und vernetzen, dass sie im Krisenfall sofort genutzt werden können?
Ein zukunftsweisender Lösungsansatz ist Smart.NaKri.Net – die Erweiterung einer Cloud-Plattform der europäischen Genossenschaft EQAsce, gefördert aus Mitteln des EU-Programms European Innovation Partnership (EIP, NRW und Schleswig-Holstein).
Über die Plattform stellen Land- und Forstwirte den Krisenstäben im Ernstfall gezielt relevante Daten zur Verfügung. Dazu gehören:
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Spezifische Qualifikationen und Fähigkeiten
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Aktuelle Einsatzbereitschaft
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Verfügbare Maschinen und Sondergeräte
Das erleichtert nicht nur die Kommunikation und Koordination während der Krise. Es ermöglicht auch die lückenlose Dokumentation der geleisteten Einsätze – eine wichtige Grundlage für den rechtssicheren Nachweis von Aufwandsentschädigungen.
Doppel-Jubiläum in Bonn: Internationale Strahlkraft für den Katastrophenschutz
Wenn am 13. Oktober das Dialogforum und die Makeathon-Ideenschmiede rund um den UN-Tag der Katastrophenvorsorge stattfinden, blickt die Bundesstadt auf zwei Ereignisse zurück: 30 Jahre UN-Standort Bonn und 25 Jahre grenzüberschreitende Kooperation im Krisenmanagement. Das verleiht der Veranstaltung weit über die Region hinaus eine besondere Bedeutung.
Weiterführend: Sofort-Helfernetzwerke 1826 Tage nach der Katastrophe im Herzen von Europa






